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Syriana

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Syriana - Korruption ist alles DV.
  • 84 Bewertungen: 3.5




Syriana

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Traffic in der arabischen Wüste

Der Film "Syriana" wurde von Steven Gaghan gedreht. Dieser steuerte zum Film "Traffic" das Drehbuch bei. Da sich die beide Streifen einander ähneln (wackelige Kameraführung/Dokustil, lose miteinander verbundene Handlungsstränge) lassen sich auch durchaus beide miteinander vergleichen.
Nun, würde ich dem Film "Traffic" noch ohne mit der Wimper zu zucken 5 Sterne verpassen, kann ich "Syriana" leider nur 4 Sterne beisteuern. Wie vielen andere Rezensenten missfiel mir doch auch die Tatsache, dass der Inhalt doch teilweise etwas trocken dargestellt wird (bezieht sich nur auf den "Killen-Connex" Handlungstrang). In vielen Szenen des "Killen-Connex" Handlungsstrangs dringt nicht immer sofort durch, um was es genau geht oder wo die Pointe der Szene liegen soll. Trotzdem dies wohl irgendwie zum Konzept gehören sollte, hätte ich es mir doch gewünscht diesem Handlungsstrang etwas mehr Seele zu verpassen, oder wenigstens etwas verständlicher zu gestalten. Dieses Makel soll aber nicht darüber hinweg täuschen, dass dieser Film ein äusserst gelungener Politthriller ist, der den Interessierten über die 100min gut unterhalten wird! Also ruhig zugreifen!
 
  Willkommen in Wirriana!
Wieder einmal ein Kandidat aus der Abteilung "So-anspruchsvoll-und-langweilig-wie-möglich." Die Spannungskurve des Filmes steht in keinem Verhältnis zu seinem Anspruch. Das dramaturgische Getriebe hätte ein wenig Schmiere gebrauchen können. Manche Filmemacher glauben offenbar, die hohe politische Brisanz des Themas allein berechtige sie, dem Publikum langweilige Filme vorsetzen zu dürfen. Sie übersehen dabei, dass gerade der Faktor "Spannung" den Zuschauer an den Schirm fesselt und ihn geradezu zwingt, sich mit komplexen Themen auseinander zu setzen. Das ganze Familiengewäsch, das zur eigentlichen Handlung nichts beiträgt, sollte die Figuren wohl tiefer zeichnen. Tatsächlich aber setzt der Regisseur auf unnötige Details, die den Erzählfluss bremsen und von der Geschichte ablenken. Die Folterszene mag realistisch sein, für die Handlung ist sie nicht notwendig. Ich muss keinen verstümmelten George Clooney sehen, um zu erkennen, dass Verstümmelungen grausam sind. Es wurden eindeutig die falschen Prioritäten gesetzt. So muss sich der Konsument manchmal fragen, ob er nicht gerade ein Urlaubsvideo aus Matt Damons Privatarchiv sieht. Die komplizierten Verflechtungen von Politik und Industrie sind bestimmt die eine oder andere filmische Betrachtung wert. Doch man sollte sich für einen Blickwinkel entscheiden, selbst, wenn man dann der Parteilichkeit beschuldigt wird. Die ganze Komplexität dieser Vorgänge kann man sowieso nicht in ein Kinoformat pressen. Ein Ausschnitt hätte genügt, um dem politisch unbedarften Zuschauer Anhaltspunkte, Anschauungsmaterial, Identifikationsmodelle zu geben. Der Film möchte zu viel erzählen und überschreitet dabei die Grenze ins Reich Wirriana. Dabei verschleiert er mehr als er enthüllt. Ich denke auch, dass der Oscar für Clooney nur eine noble Geste der Academy war. Es ging darum, "Cool Georgies" politisches Engagement zu würdigen. Die Preisverleihung war eine gute Gelegenheit dafür. Ein Tipp zum Schluss für diejenigen, die einen wirklich guten Politthriller sehen wollen: "Zeuge einer Verschwörung" mit Warren Beatty bietet einen wahrhaft gruseligen Einblick ins paranoide Amerika der 70er. Anspruch und Spannung müssen sich nicht immer gegenseitig ausschließen.
 
Wurde auch mal Zeit !!!!!!!!!!!
Endlich mal ein film der sich dem elenden leben in den Camps widmet, endlich mal ein film der sich der inneren zerissenheit eines selbsmordattentäters und deren enstehung annimmt und das sehr realistisch und nicht so verlogen wie es meist dargestellt wird, denn die anstifter sitzen ganz woanders und sie bedienen sich rücksichtslos der hilflosigkeit der menschen die in diesen camps leben, aber dazu später noch was. Korruption ist alles und nichts ist wie es scheint, das ist u.a. ein grosser bestandteil des films, so entpuppen sich böse böse araber als idealisten die einfach keine chance haben, die infra-struktur ihrer länder zu verbessern, dafür sorgt das " Rad des Bösen ", nämlich die C.I.A. !! U.a. ein film der die c.i.a. zeigt was sie wirklich ist; die größte Lügenfabrik der Welt, deren mitarbeiter zwar auch ihre raucherpausen haben wie alle andere firmen aber ansonsten ihre arbeit nur dadurch definieren indem sie alle ressourcen anderer länder bis zum geht nicht mehr ausschöpfen und die eigentliche wurzel der sogenannten terroristen und selbstmordattentäter sind. Sie machen aus den einzig wirklich zwei netten jungs die im film mitspielen zwei selbstmordattentäter, die es nicht besser wissen. Vom leben auf den öl-feldern und in den flüchtlingcamps so zerbeult, das es für sie keinen anderen ausweg aus dieser hölle gibt; man beachte die szene in der der junge, nachdem er mal wieder mit dem knüppel der mächtigen niedergeschlagen wurde, die wörter des fanatischen imam`s der koranschule regelrecht "aufsaugt", der ihm sagt, für gott zu sterben ist der weg ins paradies. Und solche jungs werden tagtäglich vom Kapitalismus gezüchtet, sei es dem amerikanischen oder arabischen völlig egal und das das ausgerechnet ein amerikanischer film so schön schildert hat mich am meisten beeindruckt. Und das ist nur eine nebenhandlung des Films !! Den rest muss mann sich einfach selbst anschauen, der film behandelt nicht nur das thema Öl-geschäft sondern auch alles was damit zusammenhängt und die unsägliche Korruption die dadurch ensteht. Man sollte allerdings keine action oder sowas erwarten, auch wenn der völlig bescheuerte trailer des films einen anderen eindruck vermittelt, hier wird einem nur mit messerscharfen, hochbrisanten Dialogen das gruseln geleert. Und der sehr leise, "pulsartige" score der den film untermalt ist schlicht brilliant. Und eins möchte ich noch anmerken das mir tief unter die haut ging; wie der kleine junge von Matt Damon nur wegem den teuren luxus-schnikschnak der Öl-scheich`s, das für sie nichts weiter ist als ihre persöhnlichen "spielzeuge" sein leben lassen musste. Vielleicht muss man ihn zweimal sehen um die wahre genialität des film`s auf anhieb zu erkennen, mich hat er auf jeden fall nicht mehr losgelassen!
Für freunde anspruchsvollen, intelligenten Kino`s nur zu empfehlen.

Zur DVD; Bild + Ton sind absolut perfekt, extras sind auch vorhanden, vor allem ein sehr informatives gespräch mit George Clooney.
 
  Komplexe Handlung in vielen Strängen - gut gemacht
Für einen Film mit George Clooney und Matt Damon ist "Syriana" sehr komplex: die verschiedenen Erzählungsstränge sind so gerade beim ersten Durchsehen zu begreifen. Ein Action-Film zum Chips-Knabbern ist es schon einmal _nicht. Grundlage der Handlung ist ein Buch des ehemaligen, ausgemusterten CIA-Agenten Robert "Bob" Baer.

Die Kurzfassung: es wird kräftig gemauschelt, getrickst und sogar getötet, denn es geht um Öl und Macht. Reine Helden gibt es genauso wenig wie reine Schurken. Man könnte Syriana daher fast einen Erziehungsfilm nennen: dass etwa der scheinbare arabische Schurkenprinz sich als unkorrumpierbarer westlicher Ph.D. mit den besten Absichten entpuppt ...

Hollywood-Prominenz stand bei den Producern Clooney und Soderbergh Schlange, um in diesem ambitionierten Projekt mitspielen zu dürfen. Das Öl geht zur Neige, und dieser Film zeigt die Folgen dieses "Great Game" auf, worauf Clooney & Co. offensichtlich stolz sind. Es sind jedoch andere Filme, mit denen Geld verdient würde.

Ausstattung: kein Booklet, die DVD bietet
- ein Clooney-Interview - darin sind Filmsetszenen eingeschnitten
- ein Plädoyer, die Ölabhängigkeit der USA (ergänzend: der westlichen Welt) endlich als Problem zu sehen
- nicht verwendete Szenen (bei denen man das Fortlassen nachvollziehen kann)
- Deutsch/Englisch bzw. Untertitel in so ziemlich allen west-/nordeuropäischen Sprachen außer Frz. und Span. Auch Hörgeschädigte fänden Untertitel in Deutsch oder Englisch. Die "Syriana"-DVD ist kopiergeschützt.

Fazit: (konzentriertes) Ansehen lohnt sich. Ein ungewöhnlicher Film.
 
Anspruchsvolles Kino
"Syriana" ist sicherlich kein Popcorn-Kino, sondern ein Film für den Intellekt und dessen sollte man sich bewusst sein. Die vielen Handlungsstränge laufen am Ende in eines zusammen und verdeutlichen die Verbindungen der einzelnen Parteien und ihrer Interessen, die jeweils anderer, teils widersprüchlicher Natur sind.
Mit "Syriana" hat Hollywood einen Film geschaffen, der über das übliche Gebrüll und Geballer hinausgeht und vom geistigen Anspruch und der kritischen Hinterfragung sich mehr dem europäischen denn dem amerikanischen Kino nähert.